Meier Tobler

Hygienische Risiken beim Trinkwasser vermeiden!

Gefahr durch Legionellen

Die Mitte März wegen der Corona-Pandemie vollzogene Schliessung von Schulen, Hotels und anderen gewerblich und öffentlich genutzten Gebäuden kann aufgrund der Stagnation der Trinkwasseranlage eine Gefährdung durch Verkeimung nach sich ziehen. Es gilt daher, besondere Massnahmen zu ergreifen.

Was auch die sorgfältigste Planung nicht verhindern kann, sind Stagnationen der Trinkwasseranlagen in Gebäuden, die nicht regelmässig benutzt werden oder nicht permanent bewohnt sind. Stagnationen von mehreren Tagen oder gar Wochen – wie gerade jetzt während des Lockdowns –, während deren das Wasser bei einer lauwarmen Umgebungswärme (25 bis 45 °C) ruht, bieten jeder Verkeimung einen idealen Nährboden. Bereits nach drei Tagen kann bei stehendem Wasser eine schleimige Ablagerung an der Leitungswand entstehen. Dieser Biofilm stellt eine Brutstätte für Keime und Bakterien dar. Das Alter der Sanitärinstallation spielt dabei keine Rolle – durch die generell im Trinkwasser befindlichen Organismen kann auch in einer ruhenden Neuanlage bereits nach wenigen Tagen eine Biofilm-Ablagerung entstehen.

Gesundheitsrisiko durch Legionellen
Unter den Bakterien, die hierbei zur Gefahr werden können, sind Legionellen (Legionella pneumophila) die prominentesten Vertreter und kommen häufiger vor als allgemein angenommen. Legionellen-Bakterien werden mittels feinster Wasserpartikel, sogenannter Aerosole, über die Atemwege aufgenommen und können zu hohem Fieber (sogenanntem Pontiac-Fieber) oder gar zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führen. Gerade bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren oder immungeschwächten Personen stellen Legionellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. 

Gefahrenherde
Konkrete Beispiele für Gefahrenherde sind Entnahmestellen von Sanitäranlagen – insbesondere Duschen- und Waschtischarmaturen – in Sporthallen, Schulen, Hotels, Kasernen wie auch an Arbeitsstätten wie Läden, Bürogebäuden usw. Dasselbe gilt aber auch für jede Ferienwohnung, die wieder genutzt wird, oder nicht belegte Zimmer in Altersheimen und Spitälern.
Ein spezielles Augenmerk gilt es auch besonders dort zu haben, wo Menschen mit stagniertem Leitungswasser direkt in Kontakt kommen könnten: beispielsweise in Zahnarztpraxen (Instrumentenschläuche) oder Coiffeursalons (Haarwaschstationen). Theoretisch überall, wo Kontakt mit Sprühwasser entstehen kann: Autowaschanlage, Fassadenreinigung, Sanitär-Showrooms, Gärtnereien u. v. m.

Hygienerisiko durch konkretes Handeln vermeiden
Um ein gesundheitliches Risiko zu minimieren und die Qualität des Trinkwassers wieder zu gewährleisten, empfiehlt Meier Tobler konkretes Handeln. Dies gilt im Übrigen immer und für alle Trinkwasseranlagen nach mehr als drei Tagen Betriebsunterbrechung.

Für die Wartung ist der Eigentümer oder der Anlagenbetreiber verantwortlich respektive in der Pflicht.

Mithilfe eines Plans und einer Checkliste kann die Trinkwasseranlage des Gebäudes erfasst, der Spülplan systematisch abgearbeitet und rapportiert werden. Die Spülung ist getrennt sowohl in der Kalt- wie auch in der Warmwasserleitung durchzuführen.

Der Spülplan muss alle Entnahmestellen im Innen- wie im Aussenbereich berücksichtigen. Dazu gehören auch beispielsweise die Tiefgarage, Garten-/Parkplatzanschlüsse usw.

Um den Biofilm, welcher sich an den Leitungswänden und Armaturen ablagert, rausspülen zu können, müssen die Entnahmestellen so weit geöffnet werden, dass eine hohe Fliessgeschwindigkeit entsteht (> 1 m/s). Die Durchströmung lässt sich dadurch erhöhen, indem mehrere Entnahmestellen gleichzeitig geöffnet werden. Das Abfliessen muss mindestens 30 Sekunden betragen. Jedoch empfiehlt sich gerade bei älteren Anlagen oder solchen, bei welchen die Ausstosszeit nicht bekannt ist, eine Ausweitung der Spülzeit auf fünf Minuten. Begonnen werden sollte im Idealfall von unten nach oben bzw. von der Hauptzufuhr entlang weg.

Hinweis: Mitunter können speziell für die Spülung vorgesehene Spülkompressoren dienlich sein. Dazu sollte auf die Wahl von professionellen Geräten geachtet werden, wie z. B. Ropuls der Marke Rothenberger oder der Multi-Push aus dem Hause Rems.

Gerade bei längerer Stagnation wie in der aktuellen Situation sollten (aufgrund der Partikelbildung durch Korrosion oder Kalk) zusätzlich vor der Inbetriebnahme der Trinkwasseranlage die Wasserfilter, Armaturensiebe, Duschköpfe, Duschschläuche usw. ausgetauscht bzw. demontiert und gereinigt werden. Geprüft werden sollten auch die Zirkulationspumpen.

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